"Ich könnte Linkbloggen bis der Arzt kommt, damit Ihr noch mehr Gründe habt, noch mehr Zeit vor dem Bildschirm zu verbringen. Oder ich könnte etwas wichtigeres machen." ...schreibt A-Blogger Martin Röll
Was gibt es für Gründe, 'es' trotzdem zu tun? Warum soll man überhaupt bloggen?
* Als öffentliche, auch und vor allem für einen selbst durchsuchbare Linksammlung
** Ich hatte festgestellt, dass meine Bookmarks in einem schrecklichen Zustand sind und dass ihr Sortieren einen ziemlichen Zeitaufwand bedeutet. Die 'Zeitverschwendung' beim Bloggen relativiert sich beim Linkbloggen, so lange man seine Links mit Stichworten garniert, die einem via Google oder interner Suchfunktion die richtigen Einträge wieder zurückfüttern.
*** Alternativen: del.icio.us, furl, http://www.feedmarker.com (das ist Bloglines + del.ico.us), ein Wiki, oder eine Solo-Bookmarkling-Lösung auf nem Server (Desktop nützt wenig). Linkforen (wie Gossamer Links) kämen auch in Frage. Vorteil: Beim Social Bookmarking entfällt die Notwendigkeit fremden 'Feeds' zu folgen. Man kann die Datenbasis einfach nach eigenen Interessen durchwandern und findet geeignete Datenquellen. Problem: Man muss immer mal wieder die Serverdaten sichern - eines der Probleme sowohl bei Social Bookmarking oder Social Networking: Dritte verwalten meine Daten.
* Als Datensammlung
** Mein erstes Blog war der Ersatz für eine Word-Tabelle, die
als Input für einen Newsletter diente. Jetzt bloggte ich die zu
verteilenden News (Wettbewerbs-Ausschreibungen und Infos zu
Literaturevents) und 'warf' den Inhalt per copy & paste in den
Newsletter, wenn es Zeit war, ihn zu versenden. - Dieses Blog läuft
übrigens heute noch wie am ersten Tag; bei blogger.com. Ursprünglich
war es auch gedacht gewesen um die Antworten auf viele E-Mail-Anfragen,
die ich bekam, zu dokumentieren. Als eine Art 'laufende FAQ'. Dazu habe
ich es dann nicht benutzt. Ich versuche in Zukunft dieses Blog mehr
dazu zu verwenden.
*** Alternative: Newslettersystem. Problem: Eines finden, das so einfach bedienbar ist wie ein Blog.
* Als CMS-Ersatz
** Meine Presse-Artikel stellte ich bisher manuell auf
meine Homepage. Der 'Prozess' war zwar schlank, aber nicht schlank
genug. Und 20 Artikel auf einmal online zu stellen war öde. Ich hab das
jetzt in ein Blog umgebaut. Selbst wenn ich jetzt mal schlampere und
ein halbes Jahr nix online stelle, geht es wenigstens fix, das
aufzuarbeiten.
*** Alternative: CMS.
* Als Homepage-Ersatz
** Mit ein bisschen Gebiege an den Kategorien kann ein Blog
auch eine komplette "private" oder "small business"-Homepage ersetzen
und erlaubt Laien, ihre Inhalte selbst zu pflegen und zu aktualisieren.
** Alternative: Wiki. Gibt es andere CMSe, die man in einem halben
Tag aufsetzen kann und die man auch Non-Computer-Gurus zumuten kann?
* Als Tool zur Sozialpflege
** Da hab ich selbst keine Erfahrungen. Viele Blogs entstehen
bei Studis, die einen Auslandsaufenthalt machen, um ihre Freunde 'statt
mit E-Mail' up2date zu halten.
*** Alternative: Mailingliste. Problem: Mail wird immer
unbenutzbarer. Belästigungsfaktor, falls einer gar nix von einem hören
WILL.
* Als Lern- und Orgawerkzeug
** Lerngruppen oder Teams können Weblogs (und idealerweise
flankierende Wikis) benutzen um Arbeits- und Lernprozesse zu
protokollieren und Ergebnisse zu fixieren.
* Als Self-Help-Werkzeug
** Als öffentliches oder privates (geschlossenes) Tagebuch zur
Arbeit an der eigenen Person. Ich denke da z.B. an Claudia Klingers
Nichterauchertagebuch, das eine Art frühe Form - noch ohne Blogsoftware
- davon war. Es gibt auch Tagebücher von Krebskranken (incl. Fakes)
oder AIDS/HIV-Infizierten. Meine eigenen Versuche anonym so etwas
aufzusetzen scheitern an meiner mehrfach (auch auf Papier)
dokumentieren Fähigkeit 'persönliches' Tagebuch zu führen.
* Als PR-Werkzeug
** Man promotet seine Person, NGO, Partei,
Grassroots-Initiative oder Firma, seine Kompetenz oder sein Wissen in
der Hoffnung, dass Dritte "kaufen" wollen und einen finden. (An sich
sind Gadget-Blogging, Watchblogging, Politblogging u.a. Unterformen
davon.)
* SEO
** Man bloggt, weil die Inhalte in Blogs eher gefunden werden als die auf 'toten' Homepages.
* (SEO)SPAM
** Fakeblog zum 'Eindringen' in die Such- und Linksbasis von 'Tickerdiensten' (wie Bloglines, Technorati u.a.)
* Kundendialog
** Man lädt Kunden zur Kommentierung der Produkte oder Unternehmensideen ein.
Wer möchte ergänzen?




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