Die Erkenntnis, dass sich Wissensmanagement
vor allem um die Menschen im Unternehmen dreht, und die eingesetzte Technik nur
eine Nebenrolle spielt, ist bei den erfolgreichen Praktikern längst angekommen:
I come to think that we made a
big mistake in the dot-com age, when we thought that web-based collaboration
tools could change a corporate culture.
Bei deutschen Unternehmen, die über die Einführung von
Wissensmanagement nachdenken, ist jedoch noch die alte, weitgehend zum
Scheitern verurteilte Denke vorherrschend:
Trotz anfänglicher Rückschläge
bleibt "Wissensmanagement" auf der Agenda ganz weit oben. 91 Prozent
der Befragten halten das Thema zwar für "sehr wichtig" bis
"wichtig", und Investitionen in diesem Bereich werden laut Studie
weiter zunehmen: Gemeint sind allerdings meist Investitionen in Technologie. An
offeneren Kommunikationskulturen und informellem Austausch ist nicht einmal
jeder Vierte der Befragten interessiert.
Das mag drei Gründe haben:
- Technikglauben und Technikverliebtheit
- Mangelndes Wissen über Wissensmanagement und seine Mechanismen
- Ellbogenkultur: Die Entscheider haben Angst vor der notwendigen Veränderung der Unternehmenskultur und der einhergehenden Änderung von Führungsrollen (Unsicherheit, Blamage, Machtverlust). Die Einführung einer neuen Technologie ist jedoch weitgehend risikolos. Geht etwas schief, lässt sich die Schuld zumeist gleichmäßig verteilen.
Stefan Weiß, FUTURELAB