SOA heißt die Sau, die derzeit durchs IT-Dorf getrieben wird. Henning Kagermann, SAP-Vorstandssprecher, und Hubert Österle, Direktor des Instituts für Wirtschaftsinformatik der Universität St. Gallen, Autoren des Buchs Geschäftsmodelle 2010, erläutern in dem Magazin CIO - IT-Strategie für Manager in einem Interview die Bedeutung der SOA (Service-orientierten Archtitektur) für innovative Geschäftsmodelle. Dabei kommt der IT eine entscheidende Rolle zu. Österle:
Wenn Unternehmen neue, wettbewerbsfähigere Geschäftsmodelle realisieren wollen, müssen die Geschäftsverantwortlichen die Potentiale der IT hierbei abschätzen. Die IT-Verantwortlichen müssen dann die Geschäftsmodelle ihres Unternehmens effizient umsetzen.
Doch funktioniert die Zusammenarbeit zwischen Management und IT-Leitung längst nicht immer. Mitunter misstrauen viele CEOs der Geschäftstüchtigkeit der IT-Abteilung, nicht selten sind Sprache und Mentalität beider Fraktionen verschieden und vielfach ist jede Abteilung mit sich selbst beschäftigt, in ihren bisweilen erstarrten und zunehmend komplexer werdenden Strukturen gefangen. Mit den Worten Kagermanns: Es fehlt der Gleichschritt. Aber es gebe, so Kagermann, positive Zeichen:
Zwei Drittel der von uns interviewten CEOs haben ein so profundes IT- und Prozesswissen, dass sie selbst das Innovationspotential für das Geschäftsmodell erkennen und zusammen mit der Informatik umsetzen können. Aber auch die IT trägt zur Annäherung bei. Standardisierung und Serviceorientierung erhöhen die Flexibilität des Informationssystems hinsichtlich Veränderungen des Geschäftsmodells.
So verheißt SOA die Lösung:
Standardisierung, die Schaffung von Gleichteilen und die flexible Kombination dieser Gleichteile zu innovativen Lösungen sind die Grundlage einer service-orientierten Architektur. Und sie sind ebenso Grundlage für Individualisierung und neue, intelligente Geschäftskonzepte. Damit wird die Einführung einer SOA zu einer Grundvoraussetzung, um die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen in der näheren Zukunft sicherzustellen.



