In meinem Freundes- und Bekanntenkreis gibt es eine "digitale Spaltung". Manche haben um das Jahr 2000 begonnen, mit einem Beamer Heimkino (DVDs) zu realisieren. Sie versuchten damit auch, den klassischen Fernseher "auszuschalten". Die Lautstärke der Lüfter, die längeren Startzeiten, der schlechtere Kontrast (Verdunkelung des Zimmers nötig) und natürlich die relativ hohen Kosten (auch für den Ersatz der "Birne") führten dazu, dass sich das letztlich nicht durchsetzte. Der nächste Schritt, für viele auch der erste Schritt, war, ihr Röhren-Fernsehgerät gegen ein LCD-TV oder ein Plasma-TV zu tauschen. Die verschiedenen Auflösungsvarianten sorgten zwar für Kummer, letztlich beteuerten aber doch (fast) alle, sie wären froh, diesen Schritt getan zu haben. Denn der Fernseher sei nun größer und das Bild womöglich besser? Eine Betrachtung der Vor- und Nachteile der beiden Varianten scheint das jedenfalls nicht nahe zu legen, vgl. Röhrenbildschirm und Flachbildschirm.
Wenn man sich nüchtern hintereinander die jeweiligen Vor- und Nachteile durchliest, kommt man da nicht ins Grübeln? Langsamere Reaktionszeit, fixe (starre) Auflösung, mehr Energieverbrauch ...? Es kann keine technischen Gründe für den Wechsel gegeben haben. Denn auch das Argument "höhere Auflösung" zieht (noch) nicht, gibt es doch nur eine handvoll Sender, die in HDV senden. Faszinierend, was die Menschen da bewegt und ihre Wahrnehmung steuert ...
Ich bin immer noch in Abwarteposition. Erstens sehe ich ohnedies schon seit Jahren nicht mehr oder kaum fern, da bei mir das Internet "always on" ist und keine Zeit fürs Fernsehen vorhanden ist, zweitens überzeugt mich die angebotene Hardware nicht (ganz abgesehen von den Fernseh-Inhalten). An sich ist die Flachbildschirm-Technologie spitze - am Notebook möchte ich keine Röhre haben :-). Ich freue mich auch auf die neue Generation an Flachbildschirmen, auf OLED - Basis, vielleicht kann die es dann ja auch im stationären Umfeld mit der Kathodenstrahlröhre aufnehmen. Sollte ich je noch einem Fernseher benötigen, dann könnte ich ja immer noch zuschlagen ...
Nikolaus Krasser, Pentos AG




Für mich sieht das Problem wie folgt aus: selbst die finanzstarken Fernsehgesellschaften in Deutschland machen derzeit nur halbherzig mit HDV mit. Warum, stellt sich die Frage? Ich glaube: solange sich die Standards und die Technik so schnell ändert, traut sich derzeit anscheinend niemand viel Geld zu investieren um seine Infrastruktur anzupassen. Innovation als Verhinderer von Einführung von Innovationen? Derzeit ist es wohl so. Solange jedes Jahr ein neues und vermeintlich noch besseres Format diskutiert wird, ist es nicht verwunderlich.
Für Privatkunden ist die Situation genauso unübersichtlich. Was soll ich kaufen, damit ich in 2 Jahren noch ohne Probleme Fersehen kann? Niemand traut sich die Frage zu beantworten und die Firmen möchten natürlich, dass viele Haushalte alle 2 Jahre einen neuen Fernseher kaufen.
Und fast zuletzt:
Die Presse leistet ihren Anteil an der Verunsicherung.
Und ganz zuletzt:
Wer braucht HDTV bei Talkshows und ... von RTL, SAT, PRO7 usw. (sorry, aber die genauen Bezeichungen der Sendungen sind mir nicht geläufig)
Kommentiert von: Christian Wollny | 06. Oktober 08 um 21:15