IT Projekte, die in mehreren Phasen über mehrere Monate oder gar Jahre laufen, dürften es in den kommenden Monaten schwerer haben, als üblicherweise. Glaubt man den Umfragen, sinkt die Investitionsbereitschaft vieler Unternehmen, die sich rechtzeitig für einen evtl. Geschäftsrückgang wappnen wollen. Hier ein paar Tipps, wie Sie Ihr IT-Projekt sicher(er) durch unruhige Zeiten bringen.
1. Aktualisieren Sie Ihren Projekt-Geschäftsplan.
Haben Sie keinen Geschäftsplan für Ihr Projekt, erstellen Sie einen neu. Eine Anleitung dazu finden Sie hier.
Ein aktueller Geschäftsplan hilft Ihnen, evtl. kritische Fragen des Managements rasch zu beantworten. Beides ist wichtig, das "rasch" und die "Beantwortung". Denn Manager suchen nach Unsicherheit, in der Hoffnung etwas Lohnenswertes zu finden.
2. Stellen Sie die bisher erreichten Erfolge und die noch ausstehenden, weiteren Schritte (Meilensteine) kurz und prägnant zusammen.
Besonders erfolgreich ist das, wenn Sie andere Mitarbeiter oder Abteilungen, insbesondere "Kunden" Ihres Projektes, dazu gewinnen können, als Referenz für Teilerfolge zur Verfügung zu stehen. Vielleicht können Sie auch eine "Success Story" schreiben und veröffentlichen: Entweder firmenintern oder in einem Fachmagazin, nach Rücksprache mit der Unternehmenskommunikation.
3. Konzentrieren Sie sich nicht auf die IT, die Bits & Bytes im engeren Sinne, sondern auf Geschäftsprozesse, einheitliche Schnittstellen und die dafür nötigen Unternehmensstandards.
Oft ist es zwar einfacher, eine neue Software zu kaufen und zu installieren, als sich um Prozesse und Schnittstellen zu kümmern. Wenn aber die Voraussetzungen nicht geschaffen wurden (akzeptierte und gelebte Unternehmensstandards, einheitliche Schnittstellen, durchgängige Geschäftsprozesse) sind Verzögerungen, Widerstände und hohe Kosten bei der Umsetzung kaum zu vermeiden.
4. Beharren Sie nicht auf einer bestimmten Technologie bei der Umsetzung.
Prüfen Sie kritisch, ob es (in der Zwischenzeit) eine technische Alternative in der technischen Umsetzung gibt, die evtl. deutlich geringere Kosten, aber einen ähnlichen Mehrwert für das Unternehmen bringt. Die großen IT-Hersteller haben oft viele Argumente für sich, aber nicht immer. "No one ever got fired for bying XYZ" - darauf können Sie sich nicht verlassen.
5. Versuchen Sie generell, pragmatisch verschiedene Möglichkeiten (Technik, Geschäftsprozesse, Zeitpläne, Ressourcen, Kosten) aufzuzeigen, um das Ziel zu erreichen.
6. Kümmern Sie sich nach dieser Vorbereitung sofort um evtl. nötige (Zusatz-) Budgets für die nächsten Monate.
Nikolaus Krasser, Pentos AG




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