Theoretisch sollten IT-Unternehmen in Krisen weniger stark in Mitleidenschaft gezogen werden, weil ihre Produkte zur Effizenzsteigerung beitragen sollen. Der erwartete Umsatzeinbruch bei SAP widerspricht dem deutlich, denn dieser lässt sich kaum ausschließlich auf gestiegene Kapitalkosten für die Anschaffung zurückführen.
Wie steht es aber um die Einsparung von Lizenzkosten? Hier können Open Source Angebote kurzfristige Kostenvorteile bieten, bei gleicher Leistung der Software. Leistung zu vergleichen ist in vielen Softwarebereichen nicht eben einfach und erfordert genaue Anforderungsprofile und objektive Bewertung.
Die Chance der Open Source Vertreter liegt darin, typische Anforderungsprofile zu formulieren und nachvollziehbare und objektive Vergleiche anzustellen und zu publizieren. Gerade im CMS-Umfeld können sich die Migrationskosten häufig durch die wegfallenden Lizenzkosten binnen Jahresfrist amortisieren.
Ein zweites Argument für Open Source in Hinblick auf die Rezession ist die Unabhängigkeit von einzelnen Software-Herstellern und IT-Integratoren, deren Fortbestand bei mangelndem Eigenkapital und sinkendem Absatz ungesichert sein könnte.
Man darf gespannt sein, was alfresco, ezPublish, LifeRay und andere als Open Source Anbieter mit eigener Marketingdivision draus machen und wie die dezentral beworbenen Systeme wie TYPO3 und Drupal sich in den nächsten Monaten am Markt behaupten werden.
Daniel Hinderink, dpool




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Kommentiert von: KChristoph | 03. November 08 um 19:10