Die Arbeitslosenzahl ist unter 3 Mio, trotzdem soll sie ja kommen, die Krise, die chancenreiche. Doch welche Chancen sind das konkret? Hier ein Beispiel aus der letzten Krise, aus dem Jahr 2002. Ein großes Unternehmen hatte ein Angebot seines Haus und Hof Lieferanten vorliegen, eine Software für die Nachfolgeplanung zu entwickeln. Die Kosten dafür lagen bei der Technologie der Wahl bei 600.000 Euro. Aufgrund der Krise wurde es nötig, ein 2. Angebot einzuholen, bei einem "Underdog", einem kleinen Unternehmen, das andere Technologie einsetzen wollte. Es hatte sich schon bei kleineren Projekten bewährt. Der kleine Anbieter, der vom Umfang des Angebots des Großen nichts wusste, schätzte 200.000 Euro für die Realisierung des umfangreichen Konzeptes. Als Schiedsrichter fungierte ein externer Experte, ein Professor, der die Projekte mit dem Standardformular/der Standardvorgehensweise des Unternehmens bewerten sollte. Ein wesentliches Element dabei war, dass Alternativen dann verworfen wurden, wenn sie um 40% oder mehr günstiger waren, als ein Konkurrenzangebot. Denn dann handelte es sich offensichtlich um ein nicht nachhaltiges Angebot, das sicherlich nicht erfolgreich umgesetzt werden konnte. So verlief die erste Entscheidung negativ.
Doch die Krise verschärfte sich und so wurde der Rat des Experten und die definierten Vorgaben über Bord geschmissen. Und siehe da, der kleine Anbieter realisierte das Projekt innerhalb des angebotenen Budgetrahmens und mit hoher Qualität. Der Kunde war zufrieden. Für den kleinen Anbieter war das der große Durchbruch bei dem Kunden. Noch heute ist er bei dem Unternehmen engagiert, in der Zwischenzeit stark gewachsen, und implementiert Lösungen kostengünstig und an den Bedarf des Unternehmens angepasst. Das Wissen, die nächste Krise könnte auch ihn bedrohen, hält ihn fitt und wettbewerbsfähig.
Nikolaus Krasser, Pentos AG




